Gründung und Wohlstand des Zisterzienser Klosters

Die Geschichte der Zisterzienserabtei von Franquevaux beginnt im Jahr 1141. Einige Mönche der Abtei von Morimond in der Bourgogne hatten den Süden Frankreich zu Fuss durchquert mit dem Auftrag, eine neue Abtei zu gründen. Der noch junge Zisterzienserorden unter Leitung des Abtes Bernard de Fontaine (Saint Bernard) breitete sich in dieser Zeit in ganz Europa aus, immer auf der Suche nach abgelegenen Orten, die es den Mönchen erlaubten, sich voll der religiösen Meditation und der inneren Suche nach Gott zu widmen. In seiner Blütezeit im 12. und 13. Jahrhundert vereinte dieser Orden bis zu 800 Abteien und Klöster von Skandinavien bis Sizilien, von Portugal bis zur Türkei.

Der Bau des Klosters in Franquevaux dauerte ca 60 Jahre. Seine Äbte hatten priviligierte Beziehungen zu den Grafen von Toulouse, Aragon und Bracelona. Dank dieser Beziehungen hatten die Mönche ausgebreitete zollfreie Handelswege, daher der Name Franquevaux, damals Franca Vallis, das 'Freie Tal'. Der Zisterzienserorden nahm auch aktiv an den Kreuzzügen teil und Franquevaux war der letzte Halt auf dem Weg nach Aigues-Mortes, wo die Kreuzritter ins heilige Land eingeschifft wurden. Die eindrucksvollen Befestigungen dieser Stadt sind sehr gut erhalten und lohnen einen Abstecher (20 km von Franquevaux).

Diese vielfältigen Beziehungen sicherten dem Kloster einen gewissen Wohlstand und gaben ihm die Mittel, die damals sehr wilde Landschaft zu erschliessen und mit Erfolg zu bewirtschaften.

Der Fall

Ab dem 15. Jahrhundert wurde die Unabhängigkeit der Zisterzienserklöster sehr beschränkt. Die bis dahin von den Mönchen gewählten Äbte wurden durch vom König ernannte Oberhäupter ersetzt. Diese waren ausschliesslich an den Erträgen der Abteien interessiert und die Abwesenheit eines geistlichen Chefs stürzte viele Niederlassungen schnell in die Dekadenz. Das Kloster von Franquevaux scheint diese Zeit relatif gut überstanden zu haben und wurde aber später Opfer der Religionskriege im 16. Jahrundert. Die Entschlossenheit des Ordens ermöglichte einen Wiederaufbau der teilweise zerstörten Gebäude.

Die Revolution von 1789 kündigte das Ende des Klosters an. Der Orden wurde enteignet und seine Güter privatisiert. Seit dieser Zeit hat sich um die ehemaligen Gebäude des Klosters ein winziges Dorf gebildet. Es ist geprägt von der glorreichen Vergangenheit der Zisterzienser und man hat den Eindruck, dass die Zeit hier stehengeblieben ist.